Kontakt  Suche  Sitemap

SGE-Fans schlagen Grindel die Dialog-Tür zu

Das Tischtuch zwischen DFB-Präsident Grindel und der Eintracht-Fankurve ist nun entgültig zerschnitten. Foto: J. Golle

Nach E-Mail-Gate: Eintracht-Fans bezweifeln die Glaugwürdigkeit des DFB-Präsidenten

Alles schien klar zu sein. In der DFB-Abspielfolge war Frankfurt an der Reihe. Hier sollte am vergangenen Sonntag das Länderspiel gegen Peru stattfinden. Doch, so berichtet das Magazin „Der Spiegel“, Verbandschef Reinhard Grindel stellte sich gegen das Votum seiner Fachleute, aus Angst vor den Frankfurter Fans, die als heikel gelten. Und tatsächlich knickte der Verband ein.

„Keineswegs dumme Ultras“

In dem von Spielgel Online offengelegten E-Mailverkehr mit DFB-Vize Koch und Generalsekretär Curtius, die beide versuchten Grindel von der Verlegung nach Sinsheim abzubringen, wird deutlich, wieviel Panik die, so Koch, „keineswegs dummen Frankfurter Ultras“ an der DFB-Spitze auslösen. Grindel und Koch, der in seiner E-Mail an Grindel klar stellte, das er „schon lange und viel länger als Grindel für einen Hardliner-Kurs gegen die Frankfurter Ultras“ plädiert, sahen zwar beide die Gefahr „unberechnenbarer“ Fankurven-Szenarien. Während Grindel deshalb das Projekt EURO 2024 gefährdet sah, wies Koch allerdings darauf hin, dass gerade das „Bekanntwerden“ einer Spielverlegung, trotz klarer Spielabfolge und aufgrund aller erfüllten Frankfurter Auflagen eine „negative Stimmungslage“ auslösen könnte.

„Grindel war und ist untragbar“

Und damit sollte Koch Recht behalten. „Die Aussagen von Herrn Grindel zeigen einmal mehr Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit beim Thema Fankultur. Diese diffuse und völlig realitätsfremde Panik des Präsidenten lässt tief blicken. Während die Fankurven als einzige echte Kritik an Mißständen und Korruption im DFB üben, scheint Grindel dies als Sabotage zu betrachten, während er in der Öffentlichkeit von Dialog redet. Kein ernst zunehmender Fanvertreter kann mit einem Verband unter diesem Präsidenten auch nur ein einziges Wort wechseln. Dieser Mann war und ist untragbar“, stellt der „Nordwestkurven-Rat“ on seiner Pressemeldung vom 9.9.18 klar (http://www.nordwestkurve.net/).

DFB-Spiele sind für SGE-Fans eigentlich uninteressant

Abgesehen von der Tatsache, dass man der DFB-Spitze die Frage stellen muss, wie dieses E-Mail-Gate überhaupt passieren konnte, waren Grindels Befürchtungen offenbar völlig überflüssig, denn, so Stephan von Ploetz, Leiter des von DFL, dem Land Hessen und der Kommune geförderten und von der Sportjugend Frankfurt (SJF) organisierten Eintracht-Fan-Projekts, stehen Eintracht-Fans Spielen der DFB-Elf grundsätzlich eher uninteressiert gegenüber. „Eintracht-Ultras nehmen diese Spiel nicht ernst, finden es nun aber eher lustig, dass die DFB-Spitze eine derartige Hochachtung vor der Organisationsfähigkeit der Frankfurter Fankurve hat. Offenbar traut Herr Grindel den Frankfurter Ultras viel zu und zieht daraus aber die falschen Schlüsse“, mutmaßte von Ploetz gegenüber dem SJF-Journal.

Grindels drei Probleme

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat in diesem Fall nun drei Probleme.Aus dem eigenen Haus gelangen vertrauliche E-Mails an die Öffentlichkeit und beschädigen den DFB-Chef massiv, die nicht organisierten Frankfurter Normal-Fans der Nationalmanschaft wurden durch Grindel um ein Ihnen zustehendes Fußball-Länderspiel gebracht und ein Dialog mit den „keineswegs dummen Frankfurter Ultras“ ist nun offenbar nicht einmal mehr im Ansatz möglich. jogo

SJF-Journal